Dienstag, 12. August 2014

Post vom Strickloft

Martine vom Strickloft testet Garne.
Diese wunderbaren "Test"-Gestricke kann man sich einfach zuschicken lassen von ihr. Nun bleiben hin und wieder Gestricke "übrig", die keiner möchte. Ich schon.
So hat mir Martine in den vergangenen Monaten viel Post geschickt und ich habe gesammelt.

Der Inhalt einer Postlieferung...

Der Inhalt einer weiteren Postlieferung...

Die gesammelten Karten der anderen Postlieferungen.
Irgendwann war es dann endlich soweit. Der Zeitpunkt war gekommen und ich wußte...
Ich wusste was es werden sollte und bis wann.
Ich puzzelte und puzzelte und puzzelte, bis es mir gefiel.







Ich zeichnete meine Ideen auf, schlug bei Barbara Walker (A Fourth Treasury of Knitting Patterns) einige Konstruktionen nach und entschied mich.
Die Wolle war schnell gewählt. Die Wolle, die ich brauchte sollte nur das Verbindende sein, ohne den Glanz von den einzelnen zu nehmen.
Ich entschied mich für 4-fach Sockenwolle in Uni von Regia.

Ich wollte Cowls daraus gestalten.
Es sollten besondere Cowls werden, die man eben auch als Schulterwärmer tragen kann, ohne die Zipfel festhalten zu müssen/ brauchen wie bei einem Tuch.
Und wenn der Hals Wärme braucht, dann kann man das durch das zweite umschlingen eben auch schnell hinbekommen.

Die Schulterteile habe ich als 60-Grad-Dreiecke gesehen, die kraus rechts gestrickt sind.
Diese kann man mittels verkürzter Reihen von einer Seite zur anderen stricken oder man strickt sie vom kleinsten Punkt nach außen.
Die Größe der Cowls sollter im Innenradius 1,2m sein und eine Breite von 30 - 40cm haben.

Worüber ich mehr nach gedacht habe ist die Methode der Verbindung der einzelnen Stücke.
So habe ich beim ersten Cowl das Häkeln gewählt.
Beim zweiten Cowl habe ich gestrickt und zusammen abgekettet.


Der erste Cowl.
Die linke Schulter und jeweils halber Rücken und Vorderteil sind zu sehen.

Der erste Cowl.
Die rechte Schulter und jeweils halber Rücken und Vorderteil sind zu sehen.
Der halsnahe Abschluss ist kraus rechts gestrickt und der halsferne Abschluss ist ein I-Cord-Abschluss.

Gerade gerückt wäre schöner.
Die Schultern liegen nicht exakt auf. Könnten sie aber.
Offen getragen.
Und noch immer schief und um den Hals geschlungen.
Halswärmend getragen.
Die Größe reicht aus, das die Schulter auch noch gewärmt werden,
wenn man den Cowl richtig (!) trägt. 

Der zweite Cowl.
Die linke Schulter und jeweils halber Rücken und Vorderteil sind zu sehen.

Der zweite Cowl.
Die rechte Schulter und jeweils halber Rücken und Vorderteil sind zu sehen.

Der zweite Cowl.
Der Rücken, auch hier wieder nicht exakt "angezogen".

Der zweite Cowl.
Das Vorderteil, auch hier wieder nicht exakt "angezogen".

Der zweite Cowl.
Hals wärmend getragen.
Ich bin mit meiner Reise durch die verschiedenen Wollen und die "Konstruktionsideen" zufrieden. 
Spannend für mich ist die "Entwicklung des Auges" für Details. 
So ist der zweite Cowl mit anderen Details versehen, als der erste. Und das ist gut so. 
Vielleicht ist es wirklich so, dass wir erst nach dem ersten das "Lernen" beginnen?
Durch mehrmaliges Tun, verändert sich der Blick und die Fertigkeiten wandeln sich.

Die Idee mit dem warmen Schultern gefällt mir gut. Für ich ist auch ein Cowl der nur wegen der warmen Schultern gestrickt wird ein denkbares Strickstück, was meine Garderobe sinnvoll ergänzen würde.

Für ich ist klar, Maschenproben gehören nicht in den Müll!
Maschenproben können durchaus zu einer Decke, einer Jacke, einer Weste oder auch zu einer Mütze werden.
Vielen Dank, liebe Martine (vom Strickloft), das Du mir diese Reise ermöglicht hast!!

Dienstag, 3. Juni 2014

Armstulpen für Kinder

Armstulpen begleiten unsere Kinder jeden Winter.
Da die Hände auch wachsen, brauchen wir hin und wieder neue Stulpen, die größer sind.
So nun diese aus 6-fach Sockenwolle vom Atelier Zitron.








Mein Rezept ist ähnlich wie bei den Socken:
1. Vermessen der Träger-Hände
2. Wünsche des künftigen Trägers aufnehmen
3. Berechnen, mit negativer Zugabe
4. Stricken (schnell stricken, Kinder sind nicht sehr geduldig!) Kinder freuen sich sehr über neue Strickstücke und tragen diese dann oft Tag und Nacht. Was soll's, ich erfreue mich an der Freude!

Donnerstag, 22. Mai 2014

Armstulpen aus Sockenwolle, für Sie oder Ihn?

Ich wollte mir ein Paar Armstulpen stricken, da ich morgens beim "Schnee vom Auto räumen" immer sehr kalte Hände bekam.
Meine Stulpen waren im Handbereich einfach zu kurz.

Also habe ich mir eine 4-fach Sockenwolle ausgesucht, die gut zu meiner Jacke passt und "Dreck unempfindlich" ist.
Ein weiterer Vorteil von Sockenwolle ist die Strapazierfähigkeit.
Ich trage die Stulpen beim Einkaufen, Auto fahren....
Und meine Händflächen schwitzen hin und wieder und dann ist alles wieder trocken. Das könnte richtige Schurwolle zum Verfilzen bringen, der Sockenwolle macht es jedoch nichts aus.
Für unsere Kinder habe ich solche Art der Stulpen auch gestrickt und diese kleinen Hände, die überall etwas zum Anfassen finden, lassen die Handinnenflächen doch mit der Zeit verfilzen.

Meine Wahl ist auf eine Regia Sockenwolle gefallen, die ich zufällig in einem Vorrat hatte.
Damit die Stulpen schön warm sind, habe ich Zöpfe auf den Handrücken gestrickt.

Armstulpen aus 4-fach Sockenwolle.

Nun hat mich die Lust überkommen mit 2,25er Rosenholznadeln zu stricken.
Leider vergaß ich, das sich die Maschenprobe gegenüber meiner Planung damit änderte und so sind beim ersten Spaziergang mit neuen Stulpen die Hände zwar warm gewesen aber leider rutschten die Stulpen so sehr, das ich es nicht ertragen konnte.
Die Stulpen brauchten nicht lange nach einem neuen zu Hause zu suchen, mein Mann bot sich an und ist nun glücklicher Besitzer eines weiteren Paares(!!) gut passender und wärmender Stulpen.
Und ich habe immer noch keine!
Einfach viel zu groß!

Natürlich steht auf meiner Liste für die Sommer-Strick-Ideen auch meine Stulpen, sowie zwei neue Mützen für mich drauf (ich kann meine derzeitigen Mützen einfach nicht mehr sehen).

Sonntag, 4. Mai 2014

Strickfrust beim Socken stricken

Die Zöpfe von den Saxony Socken aus dem Buch "A fine fleece" faszinieren mich.

Als ich Sockenwolle kaufte wußte ich bei einer lila- und einer petrol-farbenen Wolle, diese Zöpfe müssen drauf.
Gedacht, geplant und angestrickt.
Vier Socken habe ich angestrickt, für mich die lila-farbenen und für meinen Mann die petrol-farbenen.
Unterschiedlich hatte ich die Zöpfe positioniert und das Perlmuster lief auch teilweise über den Oberfuß.

Nach der Hälfte der Oberfüße verlies mich die Lust!
Das Muster und die Uni-farbenen Wollen waren langweilig und erforderten mehr Konzentration, als ich gerade aufbringen konnte.
Da ich die Socken nicht als so liegen lassen wollte, habe ich überlegt, wie ich meine Freude an dem Stricken der vier Socken wieder bekomme (den Ribbeln ging nicht, da der Fuß schon halb fertig war!) :
...ich hörte mit dem Muster auf.
...ich änderter die Wolle.

Und so sind nun zwei Paar Socken entstanden, die nicht mehr Unikat sein können, als sie sind:
...denn Muster hören einfach auf dem Oberfuß auf.
...andere Wollfarben kommen einfach hinzu (die Uni-Wolle ist von Opal 4-fach Sockenwolle).

Lila-farben, mit dünner Perlmusterlinie am Oberfuß.
Der Schaft in jeder zweiten Reihe mit einem Rest Fortissima Sockenwolle farblich ergänzt. 


Die petrol-farbenen Socken wurden am Herzchen der Ferse
durch Regia Wolle farblich interessanter gestaltet.

Der Schaft gestrickt aus einer Runde rechts (bunte Wolle),
eine Runde (lila-Wolle) 2 Maschen rechts+ 2 Maschen links.
Der Bund ist 2 Maschen rechts und 2 Maschen links gestrickt.

Der Oberfuß mit dem Perlenmuster.


Hier sind beide Oberfüße mit dem Perlenmuster zu sehen.
Die Uni-Sockenwolle von Opal macht einen guten Eindruck.
Für mehrfarbige Socken kann ich mir diese Wolle sehr gut vorstellen!

Dienstag, 29. April 2014

Angesteckt vom "8-fach Virus"

Ich habe mich anstecken lassen!
Um die Weihnachtszeit kamen in einigen Blogs Fotos von Socken aus 8-fach Sockenwollen.



Die Socken sahen so kuschlig weich und warm aus das mein Hirn auf Ideen-Suche ging.
Tja, dabei kamen mir meine "Reste" vom Socken stricken in den Sinn.
Ich habe sie heraus geholt, farbliche Zusammenstellungen gemacht und diese auch sofort gewickelt.

Sockenwoll-Auswahl für 8-fach Socken.

So kam es, das meine "Socken-Woll-Reste" um gut 200 Gramm Sockenwolle kleiner wurden und wir nun zwei neue Paare Socken haben.
Die Socken sind angenehm zu tragen zu Hause, als "Hausschuh-Ersatz".

Der Korb mit den "Socken-Woll-Resten". Er ist gut gefüllt und reichhaltig in der Farbvielfalt.
Gestrickt habe ich also aus 2mal 4-fach Sockenwolle mit 3,5er Nadel.
Die Konstruktion ist Toe-up (von der Spitze an) und eine Herzchen-Ferse gibt der Ferse genügend Raum.
Ich habe meine Socken genau so gestrickt, wie sonst mit 4-fädiger Sockenwolle. Die Anpassungen habe ich gemacht, aufgrund der geänderten Maschenprobe.

8-fach Sockenwolle in Socken Größe 39.

8-fach Sockenwolle in Socken in Größe 43.

Hier das Maschenbild der Dickerchen.
Das waren mit Sicherheit nicht meine letzten Paare in dieser Art!
Besonders gefällt mir, das ich die farblichen Zusammenstellungen selbst machen kann und somit farblich völlig frei bin.

Freitag, 18. April 2014

Mein Tuch-Gefühl

Irgendwie hatte ich das Gefühl ich sollte ein Tuch für Kathi stricken.
Einfach so und als Überraschung..

Also habe ich 
...die Anleitung von Wendy D. Johnson (As you like it scarf) gewählt, 
...die Wolle von Isager Alpaca 2 (Farbe 3), (50% Wolle, 50% Alpaca bei 250m/50g) bei Frau Wollsinn bestellt und
...mit 3,5er Veilchenholznadel gestrickt.

Die Hälfte des Tuches....


Das Tuch in seiner vollen Größe...

So wurden aus 100g Alpaca2 ein schönes leichtes und trotzdem wärmendes Tuch.
Das Tuch ist ca. 2m lang und 40cm tief.

Mir gefällt das Tuch sehr, sehr gut und ich habe es gern gestrickt und verschenkt.

Mittwoch, 9. April 2014

Meine erste selbstgemachte Puppe

Hier hatte ich die wundervollen Puppen von Kathi vorgestellt, die nun Teile unserer Familie sind.

Ich hatte die Chance, an dem ersten Puppenkurs bei Kathi teilzunehmen und meine eigene Puppe zu "schaffen".
Das war eine für mich sehr ungewohnte Arbeit.

Schauen wir uns doch mal einige Schritte an:
Das Ziel bestimmen.
Welche "Art" von Puppe möchte ich haben?
Danach ist das Schnittmuster für die Körperteile klar.

Die Auswahl der "Puppen-Typen" zur Zielbestimmung!
Nachdem der Schnitt für die Körperteile auf den Trikot übertragen war, sind wir direkt zum Kopf übergegangen.

Der Kopf auf dem Trikot, mit den angezeichneten Körperteilen.

Der Kopf in Arbeit, gewickelt aus Wolle (rechts und links im Bild), mit der "Augenlinie" und der "Kinnlinie".
Das war der Stand nach unserem ersten Treffen.
Wir haben einige Hausaufgaben mit nach Hause genommen.
So habe ich die Körperteile mit der Nähmaschine genäht und ausgeschnitten und die Haare "gemacht".
Ich habe eine Art Mütze aus der Wolle gehäkelt, die am Schluss einfach aufgenäht wurde.

Die fertig genähten Körperteile aus Trikot und die "Mützen-Haare" in der Anprobe.

Der Puppen-Kopf der Puppenmama zu meiner linken Seite.

Der zweite Termin war bei mir ausgefüllt mit der weiteren Ausarbeitung des Kopfes.
D.h. der Trikot für den Kopf kommt über den "Rohling". Am Scheitel haben wir den Trikot dann händisch zugenäht. Die Augen und der Mund wurden nun aufgestickt. 
Mein Rohling hatte ein Gesicht.

Die Arbeit am Rumpf war der dritte Termin. Der Rumpf war mit Wolle zu füllen und an den Kopf zu nähen.
Diese Naht funktionierte nicht gleich beim ersten Mal. Also öffnete ich sie wieder und nähte noch einmal.
So verging die Zeit im Fluge und wir waren dann schon beim vierten und letzten Termin.
Wir stopften die Arme und Beine und nähten diese am Rumpf an. 

Und fertig war meine erste Puppe!!!

Damit meine Puppe nicht friert oder nackt reisen musste habe ich ihr einen Pullover und eine Hose gestrickt. Beides trug sie gleich nach dem vierten Termin auf der Heimfahrt.

Eine Hose aus Alpaca.

Wie weich das doch ist!

Einen Pullover aus Silkdream von Lang Yarns.
Und so sind wir dann gemeinsam nach Hause gefahren.
Unser neuestes Familienmitglied.

Mein Fazit:
1. Die Arbeit eines Puppenmachers oder einer Puppenmacherin erfordert eine Menge Erfahrung und Geschick. 
Aus meiner Sicht sind für mich viele Fragen noch offen, die ich nur beantworten kann, wenn ich noch einige Puppen "zum Üben" schaffe.
Fragen: Wo sollte die "ideale" Naht verlaufen? Warum formen sich die Füße und Hände nicht so?
Wie fest sollte gestopft werden? Welchen Gesichtsausdruck erzeuge ich mit welchen Augen? Wo sollten die Augen platziert werden? Welche Breite hat der Mund??
2. Meine Neugier und Faszination ist geweckt. Ich werde sicher noch die eine oder andere Puppe für uns machen.
3. Gut, dass ich einen Kurs bei Kathi machen konnte! Ich habe viel gelernt und bin so schneller zum Ziel gekommen, als wenn ich nur nach den Büchern gearbeitet hätte.
An dieser Stelle ein Danke an Dich, liebe Kathi!
Du hast uns in dem Kurs Deine Erfahrung vom Schaffen vieler, vieler Puppen bereitgestellt!! Ich hoffe mehr Menschen bekommen die Chance eines Kurses bei Dir! Für Deine weitere Arbeit wünsche ich Dir viel Freude und Herzenswärme!

Ergänzende Bücher zu diesem Thema: 
Karin Neuschütz: "Die Waldorfpuppe"
Sunnhild Reinckens: "Meine erste Puppe"

Dienstag, 8. April 2014

Eine alte Liebe

Hitchhiker aus Julia von Bremont (80% Alpaca und 20% Seide).

Ein Hitchhiker aus der Bremont-Wolle Julia.

Das Tuch Hitchhiker habe ich mir kurz nach dem Erscheinen im November 2010 via Ravelry kauft.
Seit dem sind immer wieder Hitchhiker's meiner Art entstanden.

Das Tuch ist kraus rechts gestrickt. Der Beginn liegt ein einer kleiner Ecke und in jeder Reihe wächst das Tuch durch Maschenzunahmen. Durch diese Konstruktion ist es möglich jederzeit das Tuch abzuketten. Gründe für das Abketten gibt es ja, wie z.B. die Wolle ist verstrickt oder keine Lust mehr oder....

Diese Tuch diente der Kompensation:
Ich hatte mich durch ein anderes Strickstück "gequält" und es war nun endlich beendet, so brauchte ich etwas leichtes, das zum Schluss nur für mich ist.
Außerdem hatte ich keine Lust auf Zählen oder viel Aufmerksamkeit dem Strickstück zu geben und so kam die Idee für das Tuch.

Gestrickt habe ich mit einer 3,5er Nadel von "Holz und Stein".
Da ich genügend Wolle in meinem Vorrat hatte, habe ich meinen ersten Hitchhiker mit wirklich 42 Zacken gestrickt.
Das Tuch ist über fast 2m lang und gut 40cm tief.



Hitchhiker in "klein" aus einer 50g-Seidenmischung von Malabrigo.


Sonntag, 16. Februar 2014

Strick-Filz-Erfahrung und Katastrophe

Ich mag Strick-Filz-Teile.
Als mein Mann eine Strick-Filz-Weste für Wanderungen haben wollte, war eigentlich nichts leichter als das.
Ich hatte Wolle da, mit der ich solche Projekte machen wollte. Also habe ich ihm diese gezeigt. Die Farben waren ok, so machte ich meine Maschenprobe und meine Filzproben.

Nach einigen Proben war ich mit dem Ergebnis zufrieden und bestellte die Menge an Wolle, die ich für eine ganze Weste brauchte.

Ich rechnete in der Zwischenzeit die Weste in Maschen und Reihen genau aus und konnte auch gleich mit dem Stricken beginnen, als die Wolle geliefert wurde.
Hier hatte ich über den Beginn berichtet und hier ist sie fertig.

Detailbild des Strick-Filzes.

Die Weste ist tragebereit.

Perlenrand am Halsausschnitt und an den Armausschnitten.
Strickdetails:
Gestrickt habe ich mit einer Nadel der Stärke 5mm, die Wolle ist Tekapo von Ashford (200m /100g).
Die Maschenprobe wurde mit einem 40 Grad-Waschprogramm und einer alten Jeans in der Waschmaschine gefilzt. Auf der Basis des Probestückes habe ich dann die "Berechnungen" für die Weste gemacht.

Die Weste beginnt an den "Schulternähten", mit einem "invisible cast on". Von hier aus wird das Rückenteil gestrickt und anschließend das Vorderteil. Für die Schulterschrägung wurde mit verkürzten Reihen gearbeitet. Die Armausschnitte haben gleich ihre "Kante" bekommen. So habe ich mir das Maschenaufnehmen an den Armausschnitten und das Anstricken erspart.
Beim Vorderteil wurden zusätzliche Maschen für das Einschlagen des Reißverschlusses berücksichtigt.
Nach dem Schließen des Armloches wurde in Runden bis zum Beginn des Bündchens gestrickt.
Nun wurden am Rückenteil verkürzte Reihen eingefügt für ein längeres Rückenteil, als die Länge des Vorderteils.
Als Abschluss wurde der Bund gestrickt.

Die vordere Mitte habe ich mittels eines Socken-Woll-Restes markiert. Das war nach dem Filzen auch die Markierung für das Aufschneiden.

Das Filzen geschah in der Waschmaschine.
Nach dem Trocken der ersten Filz-Waschung habe ich die Weste gemessen. Leider ist die Weste nicht so eingegangen wie die Probe. Die Weste war noch zu groß. Also habe ich sie noch einmal gefilzt.
Nach dem Trocken der zweiten Filz-Waschung hatte die Weste nun die gewünschte Länge. In der Breite waren noch fast 20cm zuviel.
Ich habe den Reißverschluss eingenäht, um meinem Mann die Chance zu geben, die Weste zu tragen.
Meine Option im Hinterkopf war das Einnähen unter den Armen.

Die Weste ist mit uns in den Urlaub gefahren und wurde getragen. Dabei stellte mein Mann fest, dass ihn die Wolle kratzt, wenn er die Weste nur auf einem T-Shirt trägt.
Über einer Wolljacke kann er die Weste gut tragen, das war leider nicht das Ziel.
Also liegt die Weste nun hier und wartet, was aus ihr werden soll.
Ich habe die Wolle Isager Aran Tweed bestellt und werde daraus eine neue Weste für meinen Mann stricken, nicht filzen!!!

Was habe ich gelernt?
1. Trage-Proben oder Kratz-Proben machen. D.h. von der Wolle, die verarbeitet werden soll eine Strickprobe erstellen und den "künftigen Träger" die Strickprobe Probe tragen lassen.
2. Bei Farbverlaufsgarnen ist es ratsam mit zwei Knäulen abwechselnd zu stricken, so kommen diese wunderbaren Farbungleichheiten nicht so extrem zur Geltung. (Die Knäule waren aus der gleichen Farbpartie!!)
3. Filzen braucht Toleranz, mehr Toleranz als ich habe. Aber logisch ist es ja, leider komme ich erst jetzt drauf (!), das ein kleines Teil in  der Waschmaschine anders behandelt wird, als ein größeres Teil. D.h. ein kleines Strickpröbchen wird mehr eingefilzt als eine Weste.